Was kostet eine App? Echte Zahlen vom Freelance-Entwickler
App-Entwicklung Kosten: echte Preisspannen und Budgettipps vom Freelancer. MVP ab 15.000 €, E-Commerce ab 40.000 €, Enterprise ab 80.000 €.
Für Gründer, Produktverantwortliche und CTOs, die gerade ein App-Projekt budgetieren. Kein technisches Vorwissen nötig.
TL;DR: Eine einfache App kostet ab ca. 15.000 €, eine mittelkomplexe 40.000–80.000 €, eine komplexe App kann über 150.000 € liegen. Die Spanne ist groß, weil App nicht gleich App ist. Was den Preis am stärksten beeinflusst: Funktionsumfang, ob ihr ein MVP oder ein fertiges Produkt wollt, und wen ihr beauftragt (Freelancer vs. Agentur). Dazu kommen laufende Kosten nach dem Launch, die viele vergessen.
Was kostet eine App? Die kurze Antwort
| App-Typ | Preisspanne | Beispiel |
|---|---|---|
| Einfache App (Info, Content, wenig Interaktion) | 10.000–25.000 € | Unternehmens-Visitenkarte, Event-App |
| Mittelkomplexe App (User-Accounts, API, Backend) | 40.000–80.000 € | E-Commerce-App, Booking-App |
| Komplexe App (Custom Backend, Echtzeit, Integrationen) | 80.000–200.000+ € | Fintech-App, Healthcare-App, Marketplace |
Das sind Richtwerte aus meiner Erfahrung als Freelancer in Deutschland. Agenturen liegen in der Regel 30–60 % darüber. Offshore-Teams können deutlich günstiger sein, aber dazu komme ich noch.
Diese Zahlen beinhalten Konzept, Design, Entwicklung und Testing für iOS und Android mit einem Cross-Platform-Framework wie Flutter — egal ob ihr es „App entwickeln lassen” oder „App programmieren lassen” nennt. Native Entwicklung (separate Apps für iOS und Android) verdoppelt den Aufwand nicht ganz, liegt aber 40–70 % höher.
Warum die Spanne so groß ist
„Was kostet eine App?” ist ungefähr so hilfreich wie „Was kostet ein Haus?“. Die Antwort hängt von denselben Dingen ab: Größe, Lage, Ausstattung, wer baut.
Der größte Hebel ist der Funktionsumfang. Eine App mit Login, Profilverwaltung, Push Benachrichtigungen, Suche und Zahlungsintegration ist eine grundlegend andere Baustelle als eine App, die Inhalte anzeigt. Jedes Feature, das mit einem Backend kommuniziert, erhöht den Preis — weil es nicht nur gebaut, sondern auch getestet, abgesichert und gewartet werden muss.
Dann das Design. Ein Standard-UI mit Material Design oder Apple HIG kostet deutlich weniger als ein komplett gebrandetes Custom-Design mit Animationen. Bei Purelei war das Design ein zentraler Teil des Budgets, weil die App die Marke visuell widerspiegeln musste. Bei einer internen Enterprise-App kann Standard-UI die richtige Wahl sein.
Die Backend-Komplexität wird oft unterschätzt. Nutzerverwaltung, Datenbank, APIs, vielleicht Echtzeitkommunikation — das brauchen die meisten Apps. Ein Firebase-Backend für ein MVP ist günstiger als eine maßgeschneiderte Serverarchitektur. Aber irgendwann wächst man aus Firebase raus, und dann wird die Migration teuer.
Dazu kommen Plattformwahl und Integrationen: Cross-Platform-Frameworks wie Flutter oder React Native sparen 30–40 % gegenüber zwei nativen Apps, und jede Integration (Stripe, CRM, Analytics) kostet Entwicklungszeit und Testing.
App Entwicklung Kosten nach App-Typ
Konkreter wird es mit Beispielen.
MVP / Minimal Viable Product (15.000–30.000 €)
Ein MVP hat einen Zweck: herausfinden, ob eure Idee funktioniert. Minimaler Funktionsumfang, eine Plattform, eventuell ein schlankes Backend. Das Design muss nicht perfekt sein, Edge-Cases können warten. Lerngeschwindigkeit schlägt Perfektion.
Ich empfehle fast jedem Gründer, mit einem MVP zu starten. Ein Freund hat mal 120.000 € in eine App gesteckt, die nach sechs Monaten 200 aktive Nutzer hatte. Mit einem 20.000-€-MVP hätte er das in acht Wochen herausfinden können. Wie man als Gründer von der Idee zur App kommt, erkläre ich Schritt für Schritt in meinem Gründer-Guide.
E-Commerce-App (40.000–80.000 €)
Produktkatalog, Warenkorb, Checkout, User-Accounts, Push Benachrichtigungen, vielleicht Wunschlisten und Bewertungen. Dazu ein Backend oder eine Anbindung an ein bestehendes Shopsystem (Shopify, WooCommerce, Shopware). Die Komplexität steckt hier in den Payment-Flows, der Synchronisierung zwischen App und Shop und den plattformspezifischen Besonderheiten (In-App-Purchases, App-Store-Richtlinien).
Enterprise / Health / Fintech (80.000–200.000+ €)
Bei MediaMarktSaturn haben wir eine App für 13 Länder gebaut. Das ist ein anderes Level: Lokalisierung, länderspezifische Features, Compliance (DSGVO, Barrierefreiheit), komplexe Backend-Architekturen, umfangreiche QA. Bei Health- oder Fintech-Apps kommen regulatorische Anforderungen dazu, die den Aufwand nochmal erhöhen.
Freelancer vs. Agentur: Was kostet mehr?
| Freelancer | Agentur | |
|---|---|---|
| Stundensatz (DE) | 80–130 €/h | 120–200 €/h |
| Typisches Projektvolumen | 15.000–100.000 € | 50.000–500.000 € |
| Overhead | Gering | PM, QA, Account Manager |
| Flexibilität | Hoch | Prozessgebunden |
| Risiko | Key-Person-Abhängigkeit | Verteilung auf Team |
Ein Freelancer wie ich ist günstiger pro Stunde und hat weniger Overhead. Ihr bezahlt für Entwicklungsarbeit, nicht für Projektmanagement-Meetings. Der Nachteil: Wenn ich krank werde oder im Urlaub bin, arbeitet niemand am Projekt. Bei größeren Projekten (ab ca. 100.000 €) oder wenn ihr ein permanentes Team braucht, kann eine Agentur Sinn machen.
Offshore-Teams
Offshore-Teams (Indien, Osteuropa, Südostasien) liegen bei 20–50 €/h. Das kann funktionieren, tut es aber in meiner Beobachtung selten beim ersten Mal. Kommunikationsprobleme, Zeitverschiebung und unterschiedliche Qualitätsstandards führen oft dazu, dass das Ergebnis nachgebessert werden muss. Die günstigsten Projekte sind selten die billigsten.
Die versteckten Kosten: Was nach dem Launch kommt
Den Launch zu bezahlen ist der einfache Teil. Was danach kommt, vergessen viele bei der Budgetplanung.
Fangen wir bei den App Store Gebühren an: Apple verlangt 99 $/Jahr für den Developer Account, Google einmalig 25 $. Dazu kommen 15–30 % Provision auf In-App-Käufe und Abonnements.
Dann das Hosting. Firebase, AWS, eigener Server — die Kosten hängen von der Nutzerzahl ab. Für ein MVP rechnet mit 50–200 €/Monat. Für eine App mit Hunderttausenden Nutzern können es schnell 1.000+ €/Monat werden.
Wartung wird am häufigsten vergessen. iOS und Android bringen jährlich neue OS-Versionen. Wenn ihr eure App nicht aktualisiert, bricht irgendwann etwas. Rechnet mit 10–20 % der Entwicklungskosten pro Jahr. Bei einer 50.000-€-App sind das 5.000–10.000 € im Jahr.
Und dann ist die erste Version einer App nie die letzte. Nutzerfeedback, neue Features, Performance-Optimierungen — die meisten erfolgreichen Apps investieren langfristig mehr in Weiterentwicklung als in den initialen Build.
Wie ihr das Budget realistisch plant
Ein paar Dinge, die ich aus Projekten gelernt habe:
Rechnet immer 20–30 % Puffer auf das Angebot. Nicht weil der Entwickler schlecht schätzt, sondern weil sich Anforderungen ändern. „Können wir noch schnell X einbauen?” ist der teuerste Satz in der App-Entwicklung.
Startet mit einem MVP. Baut die Version, die euer wichtigstes Problem löst, und nichts darüber hinaus. Zeigt sie echten Nutzern. Lernt. Dann investiert in die nächste Version.
Festpreis oder Time & Material — klärt das vor dem Start. Festpreis gibt euch Budgetsicherheit, schränkt aber die Flexibilität ein. Time & Material (Abrechnung nach Aufwand) ist flexibler, erfordert aber Vertrauen und ein gutes Controlling. Ich arbeite meistens mit Time & Material, weil sich Anforderungen während des Projekts fast immer verschieben.
KI-Tools können die Entwicklungszeit um 20–40 % verkürzen — mehr dazu in meinem Post über KI in der App-Entwicklung.
Und lasst euch den Kostenvoranschlag in Phasen aufteilen: Konzept, Design, Entwicklung, Testing, Launch. So seht ihr, wo das Geld hinfließt, und könnt nach jeder Phase entscheiden, ob ihr weitermacht.
Was eine App bei mir kostet
Ich arbeite mit einem Stundensatz und rechne nach Aufwand ab. Meine Projekte starten typischerweise bei 15.000–20.000 € für ein MVP und liegen für eine vollwertige App im Bereich von 40.000–80.000 €.
Gründer kommen oft zu mir, nachdem sie ein Agentur-Angebot über 80.000 € bekommen haben — und wir schaffen das gleiche Ergebnis für 40.000–50.000 €. Nicht weil die Agentur überteuert ist, sondern weil ich weniger Overhead habe und schneller Entscheidungen treffen kann.
Ihr bekommt direkten Kontakt ohne Umwege über Projektmanager, übergabefertigen Code, den euer Team oder ein anderer Entwickler sofort weiterführen kann, und keine Abhängigkeit von mir — kein Vendor Lock-in.
Darin enthalten: Konzept, UX/UI, Entwicklung (Flutter, Cross-Platform für iOS und Android) und Testing.
Was nicht enthalten ist: laufende Wartung (kann ich separat anbieten), Backend-Infrastruktur (richte ich ein, Hosting zahlt ihr), und App-Store-Gebühren.
Häufige Fragen
Was kostet eine einfache App? Eine einfache App (Info, Content, wenig Interaktion) liegt bei 10.000–25.000 €. Das beinhaltet Konzept, Design, Entwicklung und Testing für iOS und Android.
Was kostet eine App monatlich? Nach dem Launch rechnet mit 50–200 €/Monat für Hosting (MVP) plus 10–20 % der Entwicklungskosten pro Jahr für Wartung und Updates.
Freelancer oder Agentur — was kostet mehr? Agenturen liegen in der Regel 30–60 % über Freelancer-Preisen. Ein Freelancer hat weniger Overhead, dafür tragt ihr das Key-Person-Risiko.
Wie lange dauert es, eine App zu entwickeln? Ein MVP dauert typischerweise 6–10 Wochen, eine vollwertige App 3–6 Monate. Die größten Zeitfresser: unklare Anforderungen und späte Entscheidungen.
Wenn ihr eine App plant und wissen wollt, was sie konkret kosten wird — bucht ein kostenloses Erstgespräch. Ich gebe euch eine ehrliche Einschätzung, auch wenn die Antwort ist, dass ihr noch nicht bereit seid.
Mehr über meine Arbeit und meinen Ansatz findet ihr auf der App-Entwicklung Seite.